Zwei Mottowelten, ein Schulprojekt

Hollywin ist an der NMS Brüsslgasse kein reines Halloweenfest und auch keine vorweihnachtliche Bastelstunde. Die Idee kombiniert gruselige Elemente mit winterlichen Motiven und verlegt den Schwerpunkt bewusst auf gemeinsames Tun. Statt einer Bühne mit Schauprogramm gibt es einen Parcours aus vier Stationen, den die Schülerinnen und Schüler in Kleingruppen durchlaufen. Die Gruppen bestehen aus sechs bis acht Kindern, jede Gruppe erhält einen Laufzettel mit vier Feldern. Das klingt nach einer kleinen Abweichung, verändert aber den Charakter des Nachmittags: Wer an einer Station wartet, beobachtet nicht nur, sondern ist selbst gefordert. Genau dieser Wechsel aus kurzen Aufgaben und sichtbaren Ergebnissen hält die Gruppen in Bewegung.

Die vier Stationen im Detail

Die Stationen sind so gewählt, dass sie ohne große Vorkenntnisse funktionieren und trotzdem unterschiedliche Fähigkeiten ansprechen. Kürbislicht verbindet einfache Schnitzmuster mit einem kurzen Sicherheitscheck; Schneeflockenwerkstatt setzt auf Papierfalten und symmetrische Muster; Gruselrätsel verlangt Kombinationsgabe und leise Absprachen; Fotoecke liefert am Ende ein gemeinsames Erinnerungsbild. Jede Station dauert etwa zwölf Minuten, danach wechseln die Gruppen. Die kurze Taktung ist entscheidend: Sie verhindert Langeweile, lässt Fehler zu und gibt auch zurückhaltenden Kindern einen klaren Einstieg. Wer eine Aufgabe verpasst, kann sie beim nächsten Durchlauf nicht einfach überspringen – die Reihenfolge bleibt für alle gleich.

Organisation zwischen Deko und Zeitplan

Die größte Herausforderung liegt nicht im Bastelmaterial, sondern in der Mischung der Motive. Halloween-Deko arbeitet mit dunklen Farben und scharfen Kontrasten, Wintermotive mit Weiß, Blau und ruhigen Formen. Ohne klare Zonen entsteht daraus schnell ein unruhiges Durcheinander. Die Lösung ist ein einfacher Raumplan: Gruselrätsel und Fotoecke liegen nebeneinander, Kürbislicht und Schneeflockenwerkstatt bilden eine eigene Bastelzone. Damit bleibt der Weg vom Eingang zur Fotoecke frei, während die Bastelzone abgeschirmt ist. Materiallisten hängen an jeder Station, Aufräumdienste sind festen Gruppen zugeordnet. Auf der Schulwebsite finden Eltern und Lehrkräfte die organisatorischen Hinweise zu Hollywin, darunter Ablauf und Treffpunkte. Der Aufbau selbst dauert mit dieser Vorbereitung rund 90 Minuten – ein Wert, der sich bei jedem Durchgang wiederholen lässt.

Was nach dem Fest bleibt

Am Ende zählt nicht die perfekte Kulisse, sondern die Erfahrung, dass eine Gruppe eine Aufgabe gemeinsam abschließen kann. Wer beim Gruselrätsel eine falsche Spur verfolgt, muss zurückspulen und neu ansetzen; wer in der Schneeflockenwerkstatt ungenau faltet, sieht das Ergebnis sofort. Diese unmittelbare Rückmeldung ist der eigentliche Lernwert von Hollywin. Lehrkräfte beobachten vor allem, dass Absprachen schneller werden, wenn die Aufgabe klar begrenzt ist. Die Fotoecke macht den Abschluss sichtbar, ohne die Stationen zu überlagern. Für die NMS Brüsslgasse bleibt damit ein Format, das sich jährlich anpassen lässt: neue Rätseltexte, andere Faltmuster, gleiche klare Struktur. Das Fest lebt von dieser Wiederholbarkeit – und davon, dass jede Klasse einen sichtbaren Beitrag leistet.

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